MBSR – Stressbewältigung durch Achtsamkeit


Was versteht man unter Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR?


Unter Mindfulness-Based Stress Reduction (kurz: MBSR), versteht man eine Methode, bei der es um Stressbewältigung durch Achtsamkeit geht. Das Interesse an dieser Methode ist in den letzten Jahren, auch im deutschsprachigen Raum stetig gestiegen.


Wo liegt der Ursprung des Achtsamkeitstrainings?


Der Ursprung liegt im Buddhismus. So wurde diese Art der Meditation schon vor langer Zeit von Buddhisten dazu verwendet um ihren Geist zu beruhigen, aber sie diente auch dazu, um die bewusste Wahrnehmung zu trainieren.

Du willst mehr über den Buddhismus erfahren? Dann lies hier weiter.


Wie kam das Achtsamkeitstraining in den Westen?


Das Achtsamkeitstraining wurde in der westlichen Welt von einem amerikanischen Molekularbiologen, Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren weiterentwickelt. Kabat-Zinn war oder ist jedoch nicht nur Biologe, sondern auch oder vor allem Meditationslehrer und Gründer der Stress Reduction Clinic in Massachusetts.

Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) ist ein von ihm entwickeltes Programm zur Stressbewältigung. Gezielte Lenkung der Aufmerksamkeit, die Entwicklung, die Einübung und die Stabilisierung der erweiterter Achtsamkeit stehen hier im Vordergrund.

Das Programm zur Stressbewältigung erstreckt sich über einer Dauer von acht Wochen. Es werden dabei Gruppensitzungen abgehalten die 2 1/2 Stunden dauern. Zusätzlich wird ein abschließender Übungstag in Stille durchgeführt. Als formelle Übungspraxis ist eine täglich Zeiteinheit von 45 Minuten vorgesehen. Um mit dem Kurs gesundheitliche Erfolg vorweisen zu könne,  ist sehr viel Eigeninitiative und Einsatz notwendig. Ziel ist es, die während des Aufenthalts erlernten Übungen zur Stressbewältigung auch im Alltag fortführen zu können.

Kabat-Zinn haben wir es zu verdanken, dass die Achtsamkeitspraxis systematisch in die medizinische Betreuung von Patienten integriert wurde. Vielen Menschen wurde durch das MBSR-Programm sehr geholfen. Zudem wurde Kabat-Zinn als einer von wenigen Wissenschaftlern dazu ausgewählt am Mind and Life Institute mitzuarbeiten, welches vom Dalai Lama ins Leben gerufenen wurde.


Was versteht man unter Achtsamkeit?


Unter Achtsamkeit versteht man die Fähigkeit, das gegenwärtige Geschehen wahrzunehmen. Sich bewusst zu sein was im Moment passiert, ohne zu urteilen, ohne zu werten und ohne etwas daran ändern zu wollen. Das gilt sowohl für angenehme als auch für unangenehme Ereignisse. Es geht darum, sich bewusst zu machen bzw. sich darüber bewusst zu werden, wie sich die eigene Situation in diesem Moment für einem selbst anfühlt. Achtsamkeit wird von Kabat-Zinn wie folgt definiert:

„Achtsamkeit bedeutet: Auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein, bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen“.


Folgende Übungen werden bei MBSR zur Stressbewältigung eingelernt:


  • Body Scan: Eine Übung zur besseren Wahrnehmung des eigenen Körpers.
  • Yoga-Übungen: Es werden bestimmte Yogastellungen (Asana) ausgeführt.
  • Sitzmeditation: Hier lernst du das Sitzen in Stille (Zazen).
  • Atemmeditation: Hier wird die Aufmerksamkeit voll und ganz auf den Atemvorgang gelenkt.
  • Gehmeditation: Eine Übung zur achtsamen Ausführung von Bewegungen (Kinhin).
  • Achtsamkeit im Alltag*

So unterschiedlich die einzelnen Übungen erscheinen, habe sie doch alle das gleiche Ziel. Das Wahrnehmen des gegenwärtigen Moments, ohne diesen zu bewerten.


*Achtsamkeit im Alltag


Beschränke deine Bewusstseins- und Geistessschulung jedoch nicht nur auf die Zeit während deiner Meditation. Du kannst alles achtsam tun.

Indem du etwas achtsam tust, erhalten selbst die alltäglichsten Verrichtungen (Zähne putzen, duschen, Haare waschen, Geschirr spülen, putzen, Fernsehen schauen, Zeitung lesen, den Kindern bei der Aufgabe helfen) eine ganze eigene Qualität und Schönheit. Probier es einfach mal aus. Es lohnt sich.


So kannst du Achtsamkeit im Alltag praktizieren – Zwei Bespiele


  1. Versuche die nächste Mahlzeit bewusst zu dir zu nehmen. Ganz ehrlich, wie oft essen wir nebenbei, unbewusst, unachtsam und noch dazu in einem gestressten Zustand? Wie oft lesen wir die Zeitung, schauen Fernsehen, checken unsere E-Mails oder Surfen im Internet und nehmen von dem was wir auf dem Teller liegen haben nicht viel wahr?
  2. Sei beim nächsten Gespräch mit deinem Partner, Kind, Arbeitskollegen ein guter Zuhörer. Hör wirklich zu was gesagt wird und überlege nicht im Gedanken bereits was du Antworten wirst. Wie oft tun wir so als ob wir zuhören würden, sind gedanklich jedoch ganz wo anders und bekommen nichts oder nur teilweise mit, was der andere uns sagen will?

Achtsamkeit erlernen mit Hilfe des Zen Meister Thich Nhat Hanh


Zu einem der bekanntesten und einflussreichsten spirituellen Lehrern der Gegenwart gehört zweifelsfrei Thich Nhat Hanh. Er vermittelt wie kein anderer mit seiner sanften, mitfühlenden Art, buddhistischer Lehren und Methoden jenseits aller Dogmen und Schulen für uns westliche Menschen. Zudem hat er ein tiefes Verständnis für unsere Probleme.

Durch sein unermüdliches Eintreten für Frieden und soziale Gerechtigkeit ist sein Bekanntheitsgrad weit über buddhistische Kreise hinaus gestiegen.

Mit seinen Büchern vermittelt er mit einfachsten Worten, wie Achtsamkeit im Alltag wirklich gelingen kann:

Du willst mehr für den Weg des Zens erfahren? Dann lies hier weiter:


Meine Empfehlungen für mehr Achtsamkeit im Leben:



Mehr Informationen zum Thema Achtsamkeit findest du unter folgenden Webseiten:



 

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