Hilfe, ich habe eine Histaminunverträglichkeit!

Die Histaminunverträglichkeit wurde früher auch als Histaminose bezeichnet. Darunter versteht man das Nichtvertragen von Nahrungsmitteln die einen hohen Gehalt an Histamin und anderen biogenen Aminen enthalten. Ist der Körper nicht mehr dazu in der Lage, aufgenommenes Histamin wieder abzubauen, spricht man ebenfalls von einer Histaminunverträglichkeit. Die Unverträglichkeit gegenüber Histamin wird abgekürzt als HIT bezeichnet.

Genauso wie bei der Laktose– und Fruktoseunverträglichkeit, ist auch hier das Fehlen eines Enzymes Schuld. Das Enzym Diaminoxidase – kurz DAO – führt dazu, dass der Körper, die durch die Nahrungszufuhr aufgenommenen biogenen Amine, nicht mehr abbauen kann. Dies führt zu den gleichen Symptomen wie bei einer Allergie.

Während bei einer Allergie, das aus den Mastzellen freigesetzte Histamin zu zahlreichen Problemen führt, kann bei einer Unverträglichkeit, das durch die Nahrung aufgenommene Histamin ungehindert die Darmbarrieren passieren und dieselben Beschwerden auslösen.

Da bei einer Histaminunverträglichkeit nicht nur der Magen-Darm-Trakt, sondern wie bei einer Allergie auch das Immunsystem betroffen sein kann, wird sie gerne mit einer Nahrungsmittelallergie verwechselt.

Man unterscheidet zwei Formen der Histaminintoleranz, die permanente und die temporäre HIT.

Die permanente HIT:

Ursache:

  • ein angeborener Mangel an DAO oder
  • eine permanente Schädigung der Darmschleimhaut

Grund:

Der Grund ist nicht restlos erforscht, man geht jedoch entweder von einer sehr selten vorkommenden genetischen Unterversorgung des Darms oder einer dauerhaften Fehlernährung in Kombination mit einer Reihe von psychosomatischen Störungen aus.

Heilungschancen oder Dauer:

  • Eine permanente HIT kann nicht rückgängig gemacht werden.

Maßnahmen:

  • Gabe von DAO

Häufigkeit:

  •  in etwa 1 – 3 % der Bevölkerung

Die temporäre HIT:

Häufigkeit:

  • in etwa 20 % der Bevölkerung

Dauer:

  • Es handelt sich hier um eine zeitlich begrenzte Überlastung des Immunsystems.

Maßnahme:

  • Gabe von DAO vor dem Genuss von bestimmten Nahrungsmitteln, Alkohol und Medikamenteneinnahme wie Schmerzmittel, Asthmamittel, Schleimlöser, Antibiotika. Alkohol hemmt die Bildung des Enzyms DAO. Die gleichzeitige Aufnahme von histaminreichen Nahrungsmitteln, führt zu einer schleusenartigen Öffnung des Verdauungstraktes und verursacht zahlreiche Beschwerden.

Symptome:

  • Bauchschmerzen
  • Gefühl als hätte man Durchfall, hat aber keinen
  • Verstopfung bis hin zu 5 – 6 Klogängen
  • Reizblase
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Schwindelgefühl
  • Gefühl wie „Watte im Kopf“
  • unkonzentriert, schusselig
  • gereizt
  • sowohl körperlich als auch seelisch nicht belastbar
  • traurig bis hin zu depressiven Anwandlungen
  • extrem weinerlich
  • aggressiver als sonst, zumindest verbal
  • extreme Müdigkeit, die einem dazu zwingt sich hinzulegen
  • ein ständig belegter Hals (Räuspern)

Für eine zuverlässige Diagnose stehen mehrere Methoden zur Verfügung die man miteinander kombinieren kann.

Welche Diagnoseformen gibt es?

  • Differentialdiagnose:
    Diese dient dazu um andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können auszuschließen (Allergietest, Laktose, Fruktose).
  • Bluttest:
    Dabei wird die Enzymtätigkeit (DAO) gemessen.
  • Eleminationsdiät:
    Dabei ernährt man sich eine gewisse Zeit (ca. 4 Wochen) so histaminarm wie möglich und meidet bestimmte Medikamente und Alkohol.
    Oberste Regel ist das Meiden von histaminhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken. Da Histamin hitze- und kältestabil ist, kann es durch Einfrieren, Kochen, Backen und auch durch Erhitzen mit der Mikrowelle nicht zerstört werden.
    Was das Einhalten dieser Diät erleichtert ist, dass man eine sofortige Verbesserung seines Zustandes verspürt. Mit zunehmender Verbesserung neigt man allerdings auch gerne dazu, wieder leichtsinnig zu werden. Aber auch diesen Leichtsinn bekommt man wieder zu spüren. Manchmal sofort, manchmal aber erst nach 1 – 3 Tagen.

Da ich selbst unter einer Histaminunverträglichkeit leide, möchte ich dir folgende Webseiten zur weiteren Information ans Herz legen.

Interessante Quellen:

2 thoughts on “Hilfe, ich habe eine Histaminunverträglichkeit!

  1. Eine Freundin von mir hat mir erzählt, dass sie regelmäßig zu einer Histamin Beratung geht, weil sie eine Histaminunverträglichkeit hat. Ich habe selten davon gehört, aber ich weiß, dass das wie andere Intoleranzen ist. Ich wusste allerdings nicht, dass es mehrere Varianten gibt, je nach Dauer der Unverträglichkeit. Interessanter Artikel, Danke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.