Brauchen wir Zucker zum (Über)Leben?

Brauchen wir  Zucker zum (Über)Leben? Die Frage nach der Notwendigkeit von Zucker für unseren Organismus, beantworte ich mit einem klaren Nein.

Meiner Meinung nach ist unser Körper sehr wohl in der Lage, ohne Zucker zu überleben. Das hat er über Jahrmillionen erfolgreich bewiesen. Denn wo bitte hätten unsere Vorfahren z.B. während der Eiszeit, Zucker finden sollen? Schließlich war zu dieser Zeit Schokolade, Cola und Red Bull noch nicht erfunden und Beeren dürften während der Eiszeit auch nicht allzu viele zu finden gewesen sein.

Interessant ist zudem, dass es zwar essentielle Fettsäuren und essentielle Aminosäuren gibt, die wir regelmäßig zu uns nehmen müssen um gesund zu bleiben, es jedoch keine essentiellen Kohlehydrate gibt.

Mein Körper ist ebenfalls seit Mai 2014 ein Beweis dafür, dass er auch ohne Zucker bzw. mit wenigen Kohlehydraten sehr gut leben kann. Den fehlenden Zucker stellt der Körper einfach aus zugeführtem Eiweiß und Fett her.

Eine Entwöhnung ist jedoch alles andere als einfach. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich, vor ca. einem Jahr, meine Ernährung komplett umstellen. Es dauerte mich einige Monate herauszufinden, was ich vertrage und was nicht. Ich ernähre mich seit Mai 2014 komplett zucker- und getreide- bzw. glutenfrei und achte darauf, dass ich nicht mehr als 50 g Kohlehydrate pro Tag zu mir nehme. Seit Dezember ernähre ich mich zudem histaminarm. Erst seit diesem Zeitpunkt geht es mir wieder besser.

Da ich mich vor dieser Zeit, immerhin 8 Jahre lang, vegetarisch und zum Teil auch vegan ernährt habe, war dies eine extreme Umstellung für mich. Ich verzichte nicht nur auf Zucker, ich habe auch wieder begonnen Fisch und Fleisch zu essen. Warum? Der Grund ist einfach. Es blieb einfach nicht mehr viel Auswahl über. Der Großteil der Lebensmittel die ich als Vegetarier gegessen hatte, fielen ja weg.

Nun aber zur Glukose. Glukose ist einereseits ein wichtiger Energielieferant, wird auch von unserem Körper bevorzugt verbrannt, viel lieber als Fett, ist aber nicht ungefährlich.

  • Zucker ist neben Sauerstoff eine der gefährlichsten Substanzen für unseren Körper. Zucker ist auch nur innerhalb der Zelle sinnvoll. Außerhalb der Zelle richtet er großen Schaden an. Daher transportiert unser Körper Zucker (mittels dem Hormon Insulin) so schnell wie möglich vom Blut in die Zelle, wo er verbrannt wird.
  • Zucker ist eine Säure und daher sehr aggressiv und wird in unserem Körper – trotz des süßen Geschmackes – sauer verstoffwechselt.
  • Zucker kann unsere Gefäßwände verätzen. Die Innenwände unserer Arterienwände werden aufgeraut und dadurch entstehen Ablagerung. Der Grund ist, dass an diesen rauen Stellen verschiedene Stoffe hängen bleiben und somit die Gefäße verengt bzw. blockiert werden können (Arteriosklerose).
  • Zucker schädigt zudem unsere Nieren.
  • Zucker schädigt die Netzhaut unsere Augen. Es kann sogar zu Blindheit kommen.
  • Zucker lässt – wegen des sauren Umfeldes – Wunden schlecht heilen.
  • Zucker sorgt für einen zu schnellen Blutzuckeranstieg.
  • Zucker ist ein Vitamin-B- und Mineralstoffräuber.
  • Zucker verursacht Störungen in der Darmflora und Darmpilze.

Ein große Gefahr ist zudem, der in vielen unserer regelmäßig konsumierten Produkte versteckt enthaltene Zucker (Fruchtjoghurt, Ketchup, Energydrinks, „Geschmacksmineralwasser“, Wurst, Speck, Fruchtsaftgetränken, Gemüsesäfte, Fertigsaucen, Gewürzmischungen, Marinaden, Fertiggerichten, Fast Food…). Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel Zucker sie wirklich konsumieren. So wird ein Großteil des Zuckers auch unbewusst konsumiert.

Steht auf einem Produkt zuckerfrei oder frei von Zucker, bedeutet das nicht, das wirklich kein Zucker zugesetzt wurde. Ein Produkt wird dann als zuckerfrei bezeichnet, sofern kein „weißer Zucker“ enthalten ist. So steht es im Lebensmittelgesetz. Nur wissen das die meisten Konsumenten nicht. Da Lebensmittelproduzenten dagegen sehr wohl wissen, dass das Wort Zucker für viele Konsumenten abschreckend wirkt, verwenden diese eben einen anderen Namen für Zucker. Alle Bezeichnungen die mit der Silbe -ose enden (Glukose, Fruktose, Laktose, Saccharose, Maltose) meinen Zucker.

Auch sehr süße Früchte, in zu großen Mengen, stellen ein Problem für unseren Körper dar. Viele Obst- aber mittlerweile auch Gemüsesorten wurden dahingehend gezüchtet, dass sie so süß wie möglich schmecken und enthalten mittlerweile viel mehr Zucker als von der Natur vorgesehen (Ananas, Orangen, Bananen, Äpfel aber auch bereits Karotten und Rote Beete).

Vor allem sollte man die kernlosen Sorten (Wassermelonen, Trauben) meiden. Es handelt sich dabei um sogenannte hybride Sorten. Das bedeutet, dass sie sich nicht mehr zur Aussaat eignen, da sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Sie besitzen keine Kraft mehr. Zudem fehlen ihnen wichtige Pflanzenbegleitstoffe. Ohne diese Stoffe kann unser Körper den vielen Zucker jedoch nicht verarbeiten. Unser Körper erkennt diesen künstlich hinein gezüchteten Zucker nicht als natürlichen Zucker an. Wir leben eben in einer schrägen Welt. Einerseits werden Trauben als kernlose Variante gezüchtet und andererseits wird Traubenkernmehl wegen seiner hoch antioxidativen Wirkung angepriesen.

Warum aber stehen wir so auf Süßes?

Für unserer Vorfahren waren süße Nahrungsmittel ein Zeichen dafür, dass sie gefahrlos zu ausreichend Energie kamen. Es gibt in der Natur nämlich nichts das Süß schmeckt und gleichzeitig giftig ist. Davon wurde natürlich so viel wie möglich gegessen. So stand ausreichend Energie zu Verfügung, man war glücklich, satt und zufrieden und Überschüssiges wurde zudem einfach als Fett für Notzeiten (Energiereserve) gespeichert.

Eine weitere Funktion von Insulin ist, dass es die Bildung eines bestimmten Stoffes aktiviert, der dann in unserem Gehirn das Serotonin, welches sehr gern auch als unser Glückshormon bezeichnet wird, zusammenbastelt. Daher wird Süßes meist auch mit guter Laune, Zufriedenheit und Freude verbunden.

Doch wie viel braucht man wirklich davon um glücklich zu sein. Muss man wirklich regemäßig Süßes essen um sich selbst bei Laune zu halten? Warum wollen wir immer mehr?

Meiner Meinung nach Verhalten wir uns wie Süchtige. Wir sind abhängig von der nächsten Zuckerdosis.

Zu viel konsumierte Kohlehydrate werden uns aber noch aus einem anderen Grund zum Verhängnis.

Insulin sorgt nämlich nicht nur dafür, dass der Zucker so schnell wie möglich aus dem Blut in die Zellen transportiert wird, sondern Insulin macht – kurz und bündig – dick und sorgt auch dafür, dass man dick bleibt. In Anwesenheit von Insulin kann niemals Fett verbrannt werden.

Insulin wirkt wie ein Stöpsel auf den Fettzellen. Unser Körper kann entweder Kohlehydrate oder Fett verbrennen. Nie aber beide Nährstoffe gleichzeitig. Kohlehydrate verbrennt der Körper jedoch lieber, weil das leichter geht und weil Zucker außerhalb der Zelle gefährlich werden kann. Daher werden zuerst – zumindest solange ausreichend Kohlehydrate vorhanden sind – immer zuerst Kohlehydrate verbrannt. Sobald Insulin im Blut ist, wird Fett für später (Notzeiten) unter Verschluss gehalten. Ist Insulin im Blut, bedeutet das für unseren Körper, dass Kohlehydrate entweder bereits vorhanden oder unterwegs sind.

Daher ist Abnehmen auch nur dann möglich, wenn man für ausreichend Bewegung sorgt und zusätzlich auf eine kohlehydratreduzierte Ernährung achtet (Insulinkontrolle).

Eine gute Möglichkeit besteht darin, seinen Körper auf Fettstoffwechsel umzustellen.

Es gibt für unseren Körper zwei Arten der Energiegewinnung. Den üblichen Zuckerstoffwechsel und den leistungsfähigeren Fettstoffwechsel.

Willst du mehr darüber wissen, dann helfen dir die folgenden Artikel bestimmt weiter.

Viel Freude beim Informieren!

5 thoughts on “Brauchen wir Zucker zum (Über)Leben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.